Dynamische Stromtarife (Tibber, aWATTar) mit der Wärmepumpe
Mit dynamischen Tarifen wie Tibber oder aWATTar heizen Sie günstiger – wenn Sie die Wärmepumpe klug steuern.
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 12. November 2025
Dynamische Tarife: Die nächste Stufe der Stromoptimierung
Photovoltaik versorgt die Wärmepumpe tagsüber mit günstigem Solarstrom. Aber was ist nachts und an bewölkten Tagen? Hier kommen dynamische Stromtarife ins Spiel – ein relativ neues Konzept, das Strom zu Marktpreisen anbietet, die stündlich variieren. In Zeiten hoher erneuerbarer Einspeisung (z. B. windig-sonnige Tage) sind die Preise niedrig – manchmal sogar negativ. In Spitzenlastzeiten sind sie hoch.
Wie funktionieren Tibber und aWATTar?
Tibber und aWATTar sind die bekanntesten Anbieter dynamischer Stromtarife in Deutschland und Österreich. Sie spiegeln den Day-Ahead-Börsenpreis (EPEX Spot) an ihre Kunden weiter, zuzüglich einer monatlichen Grundgebühr und fester Aufschläge für Netzentgelt, Steuern und Gewinn.
- Preisschwankung: Typisch 5–50 Cent/kWh, manchmal unter 5 Cent oder negativ
- Voraussicht: Preise für den nächsten Tag werden täglich gegen 13–14 Uhr veröffentlicht
- API-Zugang: Tibber und aWATTar bieten APIs für Smart-Home-Integrationen
- Smart Meter Pflicht: Ein digitaler Stromzähler (mME) ist Voraussetzung
Wie nutzt man dynamische Tarife mit der Wärmepumpe?
Das Grundprinzip: Kaufen Sie Strom (und damit Heizenergie) in den günstigsten Stunden des Tages. Speichern Sie Wärme im Gebäude und im Warmwasserspeicher. In teuren Stunden läuft die WP reduziert oder gar nicht.
Praktische Umsetzung
- Manuell: Täglich Tibber-App checken, WP-Zeiten manuell anpassen – aufwendig, aber möglich
- Smart Home (Home Assistant): Tibber-Integration liest Preisdaten automatisch, steuert SG-Ready-Signal der WP
- Wärmepumpen-eigene Software: Manche Hersteller (z. B. Vaillant myVAILLANT) integrieren dynamische Tarife direkt
- EMS mit Tibber-Anbindung: Systeme wie Loxone, SMA Energy oder HEMS können Tibber-Preise direkt verarbeiten
Wie viel spart man konkret?
Der Nutzen hängt stark von der Preisspreizung ab. In windarmen Winterwochen sind die Unterschiede gering. In erneuerbare-reichen Perioden können die Ersparnisse erheblich sein. Als Erfahrungswert: WP-Besitzer mit dynamischem Tarif und guter Steuerung sparen 15–30 % gegenüber einem fixen Tarif – das können 200–600 Euro pro Jahr sein.
Kombination mit PV: Das beste aus beiden Welten
Die Königsdisziplin: WP + PV + dynamischer Tarif. Tagsüber PV-Eigenverbrauch für die WP nutzen. Abends und nachts mit dynamischem Tarif günstig zukaufen. An bewölkten Wintertagen auf günstige Tarifstunden warten. Damit ist ganzjährig eine Stromkostenminimierung für die Heizung möglich.
Meine Empfehlung
Wenn Sie eine WP+PV-Anlage haben, sollten Sie ernsthaft über einen Wechsel zu Tibber oder aWATTar nachdenken. Der erste Schritt ist einfach: Smart Meter installieren lassen (Pflicht ab 7 kWp PV oder 6.000 kWh WP-Jahresverbrauch), dann zum dynamischen Tarif wechseln. Die Automatisierung der WP-Steuerung können Sie schrittweise aufbauen.