Power-to-Heat mit WP und PV: Strategie und Wirtschaftlichkeit
Power-to-Heat bedeutet: Strom in Wärme umwandeln. Mit Wärmepumpe und PV wird das besonders effizient und wirtschaftlich.
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 12. Dezember 2025
Power-to-Heat: Strom sinnvoll in Wärme wandeln
Power-to-Heat (P2H) bezeichnet die gezielte Umwandlung von überschüssigem elektrischen Strom in Wärme. Was auf industrieller Ebene als Sektorkopplung diskutiert wird, ist im Haushalt mit WP+PV längst Realität: Wenn die Sonne mehr produziert als verbraucht wird, nutzt man diesen Strom für die Wärmeversorgung – anstatt ihn billig einzuspeisen.
Warum ist WP besser als Heizstab für P2H?
Der entscheidende Vorteil der Wärmepumpe gegenüber einem einfachen Heizstab liegt im Effizienzfaktor:
- Heizstab: COP = 1,0 – jede kWh Strom wird zu 1 kWh Wärme
- Wärmepumpe: COP = 3–5 – jede kWh Strom produziert 3–5 kWh Wärme
Das bedeutet: Dieselbe PV-Energie produziert mit der Wärmepumpe drei- bis fünfmal mehr Wärme als mit einem Heizstab. P2H via WP ist daher die überlegene Strategie – sofern die WP sowieso vorhanden ist.
P2H-Anwendungsfälle im WP+PV-Haushalt
- Warmwasser-Überladung: Speicher auf 60 °C laden statt 45 °C
- Gebäude-Vorheizung: Raumtemperatur und Heizkurve morgens erhöhen
- Pufferspeicher-Aufladung: Heizungspufferspeicher auf Maximum laden
- Pool/Schwimmbad: Poolwasser mit PV-Überschuss erwärmen
- Brauchwasser-WP: Separate BWP für maximale P2H-Kapazität
P2H-Strategie nach Jahreszeit
Die P2H-Strategie muss saisonal angepasst werden:
- Winter (Nov–Feb): Hauptfokus auf Gebäude-Vorheizung, WP läuft sowieso viel
- Übergang (Mrz–Mai, Sep–Okt): Beste P2H-Phase – WP-Bedarf und PV-Ertrag zusammen
- Sommer (Jun–Aug): P2H nur für Warmwasser und Pool – Heizung nicht aktiv
Technische Umsetzung
P2H mit WP ist technisch über SG Ready oder EMS realisierbar:
- SG Ready Stufe 3: WP erhöht Warmwasser- und Heizkreistemperatur
- SG Ready Stufe 4: WP auf Maximum – vollständige P2H-Nutzung
- EMS: Stufenlose Anpassung der P2H-Leistung an verfügbaren Überschuss
- Heizstab als Ergänzung: Wenn WP bereits am Maximum läuft, restlicher Überschuss per Heizstab
Wirtschaftliche Optimierung
P2H lohnt sich umso mehr, je größer die Differenz zwischen Einspeisevergütung und gespartem Netzstrompreis ist. Bei 8 Cent Einspeisung und 35 Cent Netzstrompreis (× COP 4) ergibt sich ein Mehrwert von 35 - 8/4 = 33 Cent pro kWh PV-Strom, der per WP in Wärme geht.
Meine Empfehlung
Machen Sie P2H via Wärmepumpe zur Prioritätsstrategie für PV-Überschuss – vor Einspeisung, vor Batteriespeicherung und vor dem Heizstab. Die WP ist Ihr effizientester P2H-Wandler. Mit SG-Ready-Anbindung gelingt das automatisch, zuverlässig und ohne täglichen Aufwand.