Wie viel PV-Eigenverbrauch bringt die Wärmepumpe wirklich
Konkrete Zahlen: Um wie viel Prozent steigt der PV-Eigenverbrauch, wenn eine Wärmepumpe als Last hinzukommt?
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 15. Dezember 2025
Die Eigenverbrauchsfrage mit Zahlen beantwortet
Eine der häufigsten Fragen an Energieberater lautet: „Wie viel höher ist mein PV-Eigenverbrauch, wenn ich eine Wärmepumpe hinzufüge?" Die Antwort ist nicht trivial – sie hängt von PV-Größe, WP-Größe, Steuerung, Gebäudetyp und Jahreszeit ab. Aber es gibt Richtwerte und Berechnungsmethoden, die Ihnen eine realistische Einschätzung geben.
Ausgangssituation: PV ohne Wärmepumpe
Ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage und 4.000 kWh Jahresstromverbrauch (ohne WP) erreicht ohne spezielle Maßnahmen eine Eigenverbrauchsquote von etwa 28–35 %. Warum so wenig? Weil der Haushaltsstromverbrauch tagsüber oft gering ist, während die PV auf Hochtouren läuft.
Mit Wärmepumpe: Die neuen Zahlen
Eine 8-kW-WP (JAZ 3,5) für ein Einfamilienhaus verbraucht zusätzlich ca. 4.000–5.000 kWh/Jahr. Das Gesamtverbrauch steigt auf ca. 8.000–9.000 kWh. Mit diesem größeren Verbrauch steigt auch die Eigenverbrauchsquote – allerdings nicht proportional:
- Ohne Steuerung: Eigenverbrauchsquote steigt von ~30 % auf ~45–50 %
- Mit Zeitprogramm (WP bevorzugt mittags): 50–60 %
- Mit SG Ready: 58–65 %
- Mit EMS und thermischer Speicherung: 65–75 %
- Mit EMS + Batteriespeicher: 75–85 %
Prozentuale Steigerung durch WP
Im Vergleich zur Situation ohne WP steigt die Eigenverbrauchsquote durch die WP also um:
- Ohne WP-Steuerung: ca. +15–20 Prozentpunkte
- Mit SG-Ready-Steuerung: ca. +25–35 Prozentpunkte
- Mit EMS: ca. +30–40 Prozentpunkte
Warum steigt die Quote nicht auf 100 %?
Auch mit einer großen WP bleibt ein Teil der PV-Erzeugung ungenutzt – nämlich dann, wenn:
- Alle Speicher (thermisch + elektrisch) bereits voll sind
- Die WP gerade nicht in Betrieb ist (z. B. Sommer-Mittagsspitze)
- Die PV-Leistung die maximale WP-Aufnahme übersteigt
Konkrete Mehrersparnis in Euro
Angenommen: Ohne WP 30 % Eigenverbrauch (3.000 kWh aus 10.000 kWh PV-Ertrag), mit WP+EMS 65 % (6.500 kWh). Die zusätzlich selbst verbrauchten 3.500 kWh sparen (35 Cent Netzstrom – 10 Cent PV-Kosten) = 25 Cent × 3.500 = 875 Euro jährlich gegenüber Netzbezug.
Meine Empfehlung
Planen Sie die WP+PV-Kombination von Anfang an mit dem Ziel einer Eigenverbrauchsquote von 60–70 %. Das ist mit gutem EMS und thermischer Speicherung realistisch erreichbar und wirtschaftlich optimal. Investieren Sie nicht blind in Batterien, um den letzten Prozentpunkt zu erreichen – das ist oft nicht kosteneffizient.