PV-Überschuss sinnvoll in Wärme umwandeln: Die beste Strategie
PV-Überschuss in Wärme umzuwandeln ist effizienter als Einspeisung. Wärmepumpe und Heizstab im Vergleich.
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 10. Oktober 2025
Das Problem des PV-Überschusses
Besitzer von Photovoltaikanlagen kennen das Phänomen: An sonnigen Sommertagen produziert die Anlage deutlich mehr Strom, als im Haushalt gerade verbraucht wird. Dieser Überschuss wird ins Netz eingespeist – zu Vergütungen, die heute oft nur noch zwischen 7 und 13 Cent pro kWh liegen. Gleichzeitig zahlen Sie beim Zukauf 30–35 Cent. Die Differenz ist schmerzhaft.
Die intelligente Alternative: Nutzen Sie PV-Überschuss für die Warmwasserbereitung oder zum Vorheizen des Gebäudes. Power-to-Heat (P2H) nennt sich diese Strategie – und sie kann äußerst wirtschaftlich sein.
Zwei Technologien im Vergleich: Heizstab vs. Wärmepumpe
Wenn es darum geht, PV-Überschuss in Wärme umzuwandeln, stehen grundsätzlich zwei Ansätze zur Verfügung:
Option 1: Heizstab (Tauchsieder)
Ein einfacher Heizstab (1–3 kW) im Warmwasserspeicher wandelt elektrischen Strom 1:1 in Wärme um. Die Effizienz beträgt also COP = 1,0. Er ist günstig (100–300 Euro), einfach installierbar und reagiert schnell auf Überschusssignale. Nachteil: geringe Effizienz im Vergleich zur Wärmepumpe.
Option 2: Wärmepumpe mit erhöhter Solltemperatur
Die Wärmepumpe hat einen COP (Wirkungsgrad) von typischerweise 3–5. Das bedeutet: Für jede eingesetzte kWh Strom erzeugt sie 3–5 kWh Wärme. Damit ist sie erheblich effizienter als ein Heizstab – aber komplexer zu steuern und teurer in der Anschaffung.
Wann welche Strategie?
- Kleine PV-Anlage (bis 6 kWp): Heizstab als günstiger Einstieg für Warmwasser-P2H
- Mittlere bis große PV-Anlage (8+ kWp): Wärmepumpe als Haupt-P2H-Einheit, Heizstab als Ergänzung
- Vorhandene WP mit SG Ready: Sofort P2H mit WP realisieren – kein zusätzliches Gerät nötig
- Kein WP-Heizungssystem: Brauchwasser-Wärmepumpe als kostengünstige Ergänzung zur PV
Die optimale Strategie für WP+PV-Besitzer
Wenn Sie bereits eine Wärmepumpe und eine PV-Anlage besitzen, ist die beste Strategie eine zweistufige Nutzung des Überschusses:
- Stufe 1 (ab ca. 1 kW Überschuss): Wärmepumpe in SG-Ready-Modus – erhöhte Warmwasserbereitung und leichtes Vorheizen
- Stufe 2 (ab ca. 3 kW Überschuss): Erhöhte Vorlauftemperatur für intensives Vorheizen der Fußbodenheizung
- Stufe 3 (Sommer, viel Überschuss): Warmwasser auf Maximaltemperatur laden (z. B. 60 °C Legionellenschutz)
Wirtschaftliche Betrachtung
Nehmen wir an, Ihre PV-Anlage produziert im Sommer täglich 5 kWh Überschuss, den Sie bisher einspeisen. Bei 8 Cent Einspeisung sind das 40 Cent täglich. Wenn Sie diesen Überschuss stattdessen per Wärmepumpe (COP 4) in 20 kWh Wärme umwandeln, die Sie sonst mit Netzstrom erzeugen müssten (5 kWh × 35 Cent = 1,75 Euro), sparen Sie täglich 1,35 Euro. Über den Sommer (150 Tage) summiert das zu über 200 Euro jährlich – bei minimalem Aufwand.
Meine Empfehlung
Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Wärmepumpe über einen SG-Ready-Eingang verfügt und dieser bereits mit Ihrem Wechselrichter verbunden ist. Falls nicht: Diese Verbindung kostet wenig und ist der wichtigste Hebel für effiziente PV-Überschussnutzung. Planen Sie außerdem ausreichend Warmwasserspeichervolumen ein – mindestens 200–300 Liter – um die Flexibilität der P2H-Strategie voll ausschöpfen zu können.