Das Problem des PV-Überschusses

Besitzer von Photovoltaikanlagen kennen das Phänomen: An sonnigen Sommertagen produziert die Anlage deutlich mehr Strom, als im Haushalt gerade verbraucht wird. Dieser Überschuss wird ins Netz eingespeist – zu Vergütungen, die heute oft nur noch zwischen 7 und 13 Cent pro kWh liegen. Gleichzeitig zahlen Sie beim Zukauf 30–35 Cent. Die Differenz ist schmerzhaft.

Die intelligente Alternative: Nutzen Sie PV-Überschuss für die Warmwasserbereitung oder zum Vorheizen des Gebäudes. Power-to-Heat (P2H) nennt sich diese Strategie – und sie kann äußerst wirtschaftlich sein.

Zwei Technologien im Vergleich: Heizstab vs. Wärmepumpe

Wenn es darum geht, PV-Überschuss in Wärme umzuwandeln, stehen grundsätzlich zwei Ansätze zur Verfügung:

Option 1: Heizstab (Tauchsieder)

Ein einfacher Heizstab (1–3 kW) im Warmwasserspeicher wandelt elektrischen Strom 1:1 in Wärme um. Die Effizienz beträgt also COP = 1,0. Er ist günstig (100–300 Euro), einfach installierbar und reagiert schnell auf Überschusssignale. Nachteil: geringe Effizienz im Vergleich zur Wärmepumpe.

Option 2: Wärmepumpe mit erhöhter Solltemperatur

Die Wärmepumpe hat einen COP (Wirkungsgrad) von typischerweise 3–5. Das bedeutet: Für jede eingesetzte kWh Strom erzeugt sie 3–5 kWh Wärme. Damit ist sie erheblich effizienter als ein Heizstab – aber komplexer zu steuern und teurer in der Anschaffung.

Wann welche Strategie?

Die optimale Strategie für WP+PV-Besitzer

Wenn Sie bereits eine Wärmepumpe und eine PV-Anlage besitzen, ist die beste Strategie eine zweistufige Nutzung des Überschusses:

Wirtschaftliche Betrachtung

Nehmen wir an, Ihre PV-Anlage produziert im Sommer täglich 5 kWh Überschuss, den Sie bisher einspeisen. Bei 8 Cent Einspeisung sind das 40 Cent täglich. Wenn Sie diesen Überschuss stattdessen per Wärmepumpe (COP 4) in 20 kWh Wärme umwandeln, die Sie sonst mit Netzstrom erzeugen müssten (5 kWh × 35 Cent = 1,75 Euro), sparen Sie täglich 1,35 Euro. Über den Sommer (150 Tage) summiert das zu über 200 Euro jährlich – bei minimalem Aufwand.

Meine Empfehlung

Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Wärmepumpe über einen SG-Ready-Eingang verfügt und dieser bereits mit Ihrem Wechselrichter verbunden ist. Falls nicht: Diese Verbindung kostet wenig und ist der wichtigste Hebel für effiziente PV-Überschussnutzung. Planen Sie außerdem ausreichend Warmwasserspeichervolumen ein – mindestens 200–300 Liter – um die Flexibilität der P2H-Strategie voll ausschöpfen zu können.

Waermepumpe Solar

PV-Überschuss sinnvoll in Wärme umwandeln: Die beste Strategie | PV + Wärmepumpe als Komplettsystem

Wenn Ihre PV-Anlage mehr produziert als Sie brauchen, lohnt sich Power-to-Heat mit der Wärmepumpe. Strategien und Wirtschaftlichkeitsvergleich im Überblick.

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Photovoltaik für den Heizstrombedarf

Wärmepumpe Solar adressiert Einfamilienhaus-Eigentümer, die eine vorhandene oder geplante Photovoltaikanlage gezielt für den Strombedarf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzen wollen. Der Rechner kombiniert PVGIS-Einstrahlungswerte je Postleitzahl mit dem saisonalen Wärmepumpenprofil nach VDI 4655. Ergebnis sind realistische monatliche Eigenversorgungs-Quoten zwischen 6 Prozent im Januar und 78 Prozent im Mai.

SG-Ready ist kein Hersteller-Marketing-Logo

Wir erklären in einer eigenen Sektion, was die vier SG-Ready-Schaltzustände technisch wirklich bedeuten und welche Wechselrichter-Marken das Signal korrekt auswerten. Aus aktuell rund 1.200 KfW-gelisteten Geräten unterstützen nur etwa 60 Prozent die volle Logik, der Rest schaltet nur Ein-Aus. Wer Heizen mit Sonnenstrom ernst meint, sollte das Paar Wärmepumpe plus Wechselrichter vor Kaufentscheidung gemeinsam prüfen.

Hintergrund und Datenschutz

Verantwortlich für das Portal ist die Science Works UG mit Sitz in Hannover; Gründer ist Sönke Wessels. Es bestehen keine bezahlten Empfehlungs-Beziehungen zu Geräteherstellern. Alle in den Rechner eingegebenen Verbrauchs- und PV-Werte werden DSGVO-konform behandelt und in der Anwendung nicht länger gespeichert, als für die Berechnung notwendig.

Eine zusätzliche Detailauswertung zeigt die Wechselwirkung mit Batteriespeichern zwischen 8 und 15 Kilowattstunden, die zwar die Sommer-Autarkie deutlich anheben, aber in den Wintermonaten die Wärmepumpe nur an wenigen Tagen tatsächlich speisen können, weshalb die saisonale Bilanz wichtiger bleibt als die mittlere Tagesquote.

Stand der Datenbasis ist 2026, Aktualisierungen erfolgen quartalsweise.