SG Ready: Klein, aber entscheidend

„SG Ready" steht für „Smart Grid Ready" – und ist die wichtigste, aber oft ignorierte Schnittstelle zwischen Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Dabei ist das Konzept denkbar einfach: Zwei Klemmen an der Wärmepumpe, über die externe Signale gegeben werden können. Diese Signale teilen der WP mit, in welchem Modus sie operieren soll.

Obwohl SG Ready seit über einem Jahrzehnt existiert, nutzen die meisten WP+PV-Besitzer diese Verbindung nicht. Das ist schade – denn sie ist oft der günstigste und effektivste Hebel für mehr Eigenverbrauch.

Die vier SG-Ready-Betriebszustände

SG Ready definiert vier Betriebszustände, die über zwei Schalterkontakte (S1 und S2) realisiert werden:

Was passiert in Zustand 3 (Einschalt-Empfehlung)?

Die meisten WP-Hersteller reagieren auf Zustand 3 mit folgenden Maßnahmen:

Was passiert in Zustand 4 (Zwangs-Einschaltung)?

Wie wird SG Ready mit dem Wechselrichter verbunden?

Die meisten modernen Wechselrichter haben Relaisausgänge oder Schaltkontakte, die bei einem definierten PV-Überschuss aktiviert werden. Diese Kontakte werden mit den SG-Ready-Klemmen der WP verbunden.

Beispiel SMA: Im SMA Sunny Boy / Tripower kann ein Relaisausgang so programmiert werden, dass er bei Überschuss über 1 kW das Signal für SG-Ready Stufe 3 gibt, bei über 3 kW Stufe 4.

Kosten und Aufwand

Die SG-Ready-Verbindung selbst kostet praktisch nichts: Ein Elektriker legt zwei Steuerleitungen von der WP zum Wechselrichter – Materialkosten unter 50 Euro, Lohnkosten je nach Entfernung 100–300 Euro. Das ist eine der kostengünstigsten Optimierungen überhaupt, mit einer Amortisation in wenigen Monaten.

Meine Empfehlung

Wenn Sie eine WP und eine PV-Anlage haben, aber noch keine SG-Ready-Verbindung: Lassen Sie diese sofort herstellen. Fragen Sie Ihren WP- oder PV-Installateur, ob er die Verbindung nachrüsten kann. In den meisten Fällen ist das ein kleiner Handgriff mit großem Effekt.

Waermepumpe Solar

SG Ready: Die wichtigste Schnittstelle für WP+PV erklärt | PV + Wärmepumpe als Komplettsystem

SG Ready einfach erklärt: Was die Schnittstelle ist, welche Betriebsmodi es gibt und wie Sie WP und PV damit intelligent verbinden.

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Photovoltaik für den Heizstrombedarf

Wärmepumpe Solar adressiert Einfamilienhaus-Eigentümer, die eine vorhandene oder geplante Photovoltaikanlage gezielt für den Strombedarf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzen wollen. Der Rechner kombiniert PVGIS-Einstrahlungswerte je Postleitzahl mit dem saisonalen Wärmepumpenprofil nach VDI 4655. Ergebnis sind realistische monatliche Eigenversorgungs-Quoten zwischen 6 Prozent im Januar und 78 Prozent im Mai.

SG-Ready ist kein Hersteller-Marketing-Logo

Wir erklären in einer eigenen Sektion, was die vier SG-Ready-Schaltzustände technisch wirklich bedeuten und welche Wechselrichter-Marken das Signal korrekt auswerten. Aus aktuell rund 1.200 KfW-gelisteten Geräten unterstützen nur etwa 60 Prozent die volle Logik, der Rest schaltet nur Ein-Aus. Wer Heizen mit Sonnenstrom ernst meint, sollte das Paar Wärmepumpe plus Wechselrichter vor Kaufentscheidung gemeinsam prüfen.

Hintergrund und Datenschutz

Verantwortlich für das Portal ist die Science Works UG mit Sitz in Hannover; Gründer ist Sönke Wessels. Es bestehen keine bezahlten Empfehlungs-Beziehungen zu Geräteherstellern. Alle in den Rechner eingegebenen Verbrauchs- und PV-Werte werden DSGVO-konform behandelt und in der Anwendung nicht länger gespeichert, als für die Berechnung notwendig.

Eine zusätzliche Detailauswertung zeigt die Wechselwirkung mit Batteriespeichern zwischen 8 und 15 Kilowattstunden, die zwar die Sommer-Autarkie deutlich anheben, aber in den Wintermonaten die Wärmepumpe nur an wenigen Tagen tatsächlich speisen können, weshalb die saisonale Bilanz wichtiger bleibt als die mittlere Tagesquote.

Stand der Datenbasis ist 2026, Aktualisierungen erfolgen quartalsweise.