Wie SG Ready mit dem Wechselrichter zusammenarbeitet
Die Kommunikation zwischen Wechselrichter und Wärmepumpe via SG Ready – technisch einfach und enorm wirkungsvoll.
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 18. November 2025
Das Zusammenspiel verstehen
Die SG-Ready-Verbindung ist das Nervensystem eines WP+PV-Hybridsystems. Sie verbindet den Wechselrichter – das Gehirn der PV-Anlage, der Erzeugung und Verbrauch kennt – mit der Wärmepumpe als steuerbarem Verbraucher. Wenn diese Verbindung richtig konfiguriert ist, reagiert die WP automatisch auf Veränderungen im PV-Ertrag und optimiert den Eigenverbrauch ohne menschliches Eingreifen.
Schritt 1: Wechselrichter mit Relaisausgang
Nicht alle Wechselrichter haben von Haus aus einen programmierbaren Relaisausgang. Prüfen Sie, ob Ihr Gerät diese Funktion bietet:
- SMA Sunny Boy / Tripower: Relaisausgang im Gerät integriert, konfigurierbar über SMA Sunny Portal oder lokale Weboberfläche
- Fronius Symo/Primo: Relaisausgang verfügbar, Konfiguration über Fronius Solarweb oder Modbus
- Kostal Plenticore: Relais-Funktion über integriertes EMS, einfach konfigurierbar
- Growatt, Deye: Oft ein Mehrzweck-Relais, Konfiguration über App
- Enphase (Mikrowechselrichter): Kein eingebautes Relais – hier braucht man ein externes Steuergerät
Schritt 2: Schwellenwerte definieren
Im Wechselrichter oder im EMS konfigurieren Sie, wann das Relais schalten soll. Typische Schwellenwerte:
- SG Ready Stufe 3 (Empfehlung): ab 1–1,5 kW PV-Überschuss
- SG Ready Stufe 4 (Zwangseinschaltung): ab 3–5 kW PV-Überschuss
- Zeitverzögerung: 5–10 Minuten Stabilisierungszeit vor dem Schalten (vermeidet ständiges Ein/Aus)
Schritt 3: Verkabelung
Der Relaisausgang des Wechselrichters wird mit den SG-Ready-Klemmen der Wärmepumpe verbunden. Dabei handelt es sich um Niedervolt-Steuerleitungen (typisch 12 oder 24 V DC oder potenzialfreie Kontakte). Die Leitungsführung sollte durch einen Elektriker erfolgen.
Schritt 4: Testen und optimieren
Nach der Installation sollten Sie das Zusammenspiel beobachten:
- Schaltet die WP tatsächlich bei PV-Überschuss auf erhöhte Stufe?
- Ist der Übergang zu PV-Stufe zu aggressiv (ständiges Takten)?
- Wird der Warmwasserspeicher zu früh voll geladen?
- Passen die Schwellenwerte zur typischen PV-Kurve Ihrer Anlage?
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Zu kleiner Schwellenwert: WP schaltet bei jedem Sonnenblick auf Stufe 3 – viel Takten, wenig Effizienz. Lösung: Mindest-Überschuss erhöhen und Hysterese einstellen.
- Kein Nachtmodus: SG-Ready-Signal bleibt aus Versehen aktiv. Lösung: Zeitfenster im Wechselrichter definieren (nur 8–18 Uhr).
- Falsche WP-Parameter: WP reagiert auf SG Ready nicht wie erwartet. Lösung: WP-Dokumentation für SG-Ready-Reaktionen prüfen, ggf. WP-Servicetechniker hinzuziehen.
Meine Empfehlung
Beauftragen Sie einen Installateur, der sowohl Wärmepumpen als auch Photovoltaik versteht – das ist leider nicht selbstverständlich. Die Verbindung von SG Ready und Wechselrichter erfordert Kenntnisse beider Welten. Ein guter Fachmann richtet das System in 2–4 Stunden ein und testet es gründlich. Das ist gut investiertes Geld.