Sommerstrategie: PV-Überschuss für Warmwasser nutzen
Im Sommer produziert Ihre PV viel – nutzen Sie den Überschuss smart für Warmwasser und sparen Sie das ganze Jahr.
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 28. Oktober 2025
Der Sommerüberschuss: Zu schade zum Einspeisen
Im Hochsommer, wenn Ihre PV-Anlage auf Hochtouren läuft und das Haus keine Heizung braucht, entsteht täglich ein erheblicher Strom überschuss. Bei einer 10-kWp-Anlage können das im Juli und August 20–40 kWh täglich sein, die ohne spezielle Maßnahmen ins Netz fließen – zu 7–12 Cent Vergütung. Das ist schade, denn dieser Strom ist viel wertvoller, wenn er direkt genutzt wird.
Die naheliegendste Nutzung: Warmwasser. Jeder Haushalt braucht täglich Warmwasser, unabhängig von der Jahreszeit. Und Warmwasser lässt sich thermisch speichern – ideal für die zeitversetzte Nutzung von PV-Überschuss.
Strategie 1: Wärmepumpe als Warmwasserbereiter nutzen
Wenn Ihre Heizungswärmepumpe auch für die Warmwasserbereitung zuständig ist, konfigurieren Sie folgendes:
- Warmwasserbereitung tagsüber zwischen 10 und 15 Uhr (PV-Spitzenzeiten)
- Zieltemperatur erhöhen: Statt 45 °C auf 55–60 °C laden – mehr thermische Energie gespeichert
- SG-Ready-Signal aktivieren: WP läuft bevorzugt bei PV-Überschuss
- Abendliches Nachladen deaktivieren oder auf Minimum reduzieren
Strategie 2: Brauchwasser-Wärmepumpe als dedizierter Warmwasserbereiter
Eine separate Brauchwasserwärmepumpe (300–500 L) ist eine elegante Lösung, die unabhängig von der Heizungsanlage arbeitet. Sie entzieht der Raumluft Wärme (z. B. aus dem Keller) und überträgt sie auf das Warmwasser mit einem COP von 3–4. Für PV-Überschussnutzung ist sie ideal:
- Kleine elektrische Leistungsaufnahme (0,5–1,5 kW) – passt gut zu kleinen PV-Überschüssen
- Einfach per Timer oder SG-Ready steuerbar
- Unabhängig von der Heizungsanlage – ganzjährig nutzbar
- Kühlt nebenbei den Aufstellungsraum (gut im Sommer)
Strategie 3: Heizstab als Ergänzung
Wenn der PV-Überschuss die Wärmepumpe bereits vollständig auslastet und noch mehr Strom fließt, kann ein kleiner Heizstab (1–2 kW) im Warmwasserspeicher den Restüberschuss nutzen. Obwohl die Effizienz geringer ist (COP 1 statt 3–4), ist es immer noch besser als Einspeisung zu 8 Cent.
Wie viel lässt sich täglich speichern?
Ein 300-Liter-Warmwasserspeicher kann bei Aufheizung von 45 °C auf 60 °C etwa 5,2 kWh thermische Energie aufnehmen. Das entspricht bei COP 3 der Wärmepumpe einem elektrischen Einsatz von ca. 1,7 kWh. Ein 500-Liter-Speicher speichert entsprechend ca. 8–9 kWh thermisch.
Wirtschaftliche Berechnung
Angenommen: 100 Sommertage, täglich 3 kWh PV-Strom für Warmwasser statt Einspeisung.
- Einspeisung: 100 × 3 × 0,09 € = 27 €
- Selbstnutzung (spart Netzstrom): 100 × 3 × 0,34 € = 102 €
- Vorteil Selbstnutzung: 75 € pro Saison
Dieser Vorteil akkumuliert sich über 20 Betriebsjahre auf rund 1.500 €.
Meine Empfehlung
Konfigurieren Sie Ihre Warmwasserbereitung so, dass sie automatisch auf PV-Überschuss reagiert. Der einfachste Weg: Stellen Sie die Ladezeit auf die PV-Spitzenstunden ein. Der bessere Weg: SG-Ready-Verbindung mit dem Wechselrichter für eine dynamische Reaktion. Diese Maßnahme kostet wenig, spart aber täglich Geld – über die gesamte Lebenszeit der Anlage.