Warmwasserspeicher als PV-Puffer: So funktioniert die Strategie
Ein großer Warmwasserspeicher ist der günstigste Weg, PV-Überschuss täglich zu nutzen – hier ist die optimale Strategie.
Von Redaktion Waermepumpesolar · Redaktion · veröffentlicht am 9. Dezember 2025
Warmwasser als täglicher Energiepuffer
Der Warmwasserspeicher ist das einfachste und günstigste Mittel, PV-Überschuss thermisch zu speichern. Im Gegensatz zum Gebäude als Ganzes ist der Warmwasserspeicher gezielt steuerbar: Er lässt sich auf eine definierte Zieltemperatur laden und hält diese Energie für Stunden zuverlässig vor. Und im Gegensatz zur elektrischen Batterie verursacht er keine chemischen Alterungsprozesse.
Warum ist Warmwasser ideal für PV-Überschuss?
- Täglicher Bedarf: Warmwasser wird jeden Tag gebraucht – die Speicherkapazität wird täglich geleert und wieder befüllt
- Flexible Ladezeit: Warmwasser kann zu beliebiger Tageszeit geladen werden, solange es abends verfügbar ist
- Hohe Temperaturdifferenz nutzbar: Von 40 °C auf 60 °C = mehr Energie speicherbar als bei Heizkreismedium
- Keine Infrastruktur-Begrenzung: Anders als Estrich kann der Speicher beliebig groß gewählt werden
Optimale Speichergröße für WP+PV
Die Speichergröße sollte so dimensioniert werden, dass er den täglichen Warmwasserbedarf plus einen PV-Puffer fassen kann:
- 2 Personen: 200–300 L ausreichend
- 4 Personen: 300–400 L empfohlen
- Optimaler PV-Puffer: Ab 400 L – erlaubt 4–6 kWh thermische Überladung für PV-Eigenverbrauch
- Maximaler Sinn: 500–800 L – mehr bringt kaum Mehrwert (Wärmeverluste steigen)
Temperaturstrategie für maximalen Puffern
Die Standard-Warmwassertemperatur ist oft 45–50 °C. Für PV-Pufferbetrieb empfehle ich folgendes:
- Normale Zeit (kein PV-Überschuss): Mindestemperatur 45 °C halten (Legionellenschutz beachten)
- SG Ready Stufe 3 (PV-Überschuss): Ladetemperatur auf 55 °C erhöhen
- SG Ready Stufe 4 (viel Überschuss): Legionellen-Zyklus auf 60 °C – nutzt viel Energie, tötet Legionellen
- Wichtig: Warmwasserentnahme über Mischventil auf 45–48 °C begrenzen (Verbrühungsschutz)
Wirtschaftliche Berechnung
Ein 500-L-Speicher kann bei Aufheizung von 45 auf 60 °C ca. 8,7 kWh thermisch speichern. Bei COP 3,5 der WP entspricht das ca. 2,5 kWh elektrischem PV-Eigenverbrauch. Bei 200 Sonnentagen pro Jahr und 35 Cent Netzstrom-Ersparnis: 200 × 2,5 × 0,25 = 125 Euro jährliche Ersparnis.
Die Mehrkosten für einen 500-L statt 300-L-Speicher: ca. 300–600 Euro. Amortisation: 3–5 Jahre.
Legionellenschutz nicht vergessen
Bei PV-Überladung und häufig hohen Temperaturen ist der Legionellenschutz eigentlich automatisch gut gewährleistet. Trotzdem: Stellen Sie sicher, dass Ihre WP regelmäßig (mindestens wöchentlich) 60 °C im Speicher erreicht und hält. Moderne WPs machen das automatisch als Hygieneprogramm.
Meine Empfehlung
Investieren Sie bei der Anlagenplanung bewusst in einen etwas größeren Warmwasserspeicher. Die Mehrkosten sind gering, der Nutzen für den PV-Eigenverbrauch ist aber erheblich. Kombinieren Sie das mit SG-Ready-Steuerung, um die Aufladung automatisch auf PV-Spitzenzeiten zu legen.